These feelings won’t go away

/Autor/ Timo
/Kategorie/ Musik
/Tags/ ,

Was ja allgemein passiert, wenn man nachts um halb drei noch wach ist.

Guten Morgen.

Die Möglichkeiten des intelligenten Teilens

/Autor/ Timo
/Kategorie/ Internet

Die Internet-Blogosphäre-Gemeinschaft, vornehmlich die Deutschsprachige, teilt sich momentan in zwei Bereiche. Nun gut, es teilen sich nur jene in zwei Bereiche, die wirklich etwas davon wissen. Es geht um QUOTE.FM, und die Fähigkeit dort Zitate aus Texten zu teilen, respektive zu empfehlen. Das Problem ist nämlich, dass man nur durch eine Invite tatsächlich einen Account ergattern kann, der tatsächlich Zitate teilt, sodass auch andere durch Kommentare oder Likes darauf eingehen können. Du als Ottonormalverbraucher, der also nur lesen kann, hat in der Hinsicht ein Problem, auch wenn du unbedingt Dinge teilen möchtest.

Marcel ging in diesem Beitrag darauf näher ein. Warum es Invites gibt, warum Qualität gesichert werden muss, warum nicht jeder Idiot da draußen in Internet etwas auf QUOTE.FM zu suchen hat. Bist du nicht in QUOTE.FM, so kannst du auch der Welt nicht mitteilen, was du genau gelesen hast. QUOTE.FM kannst du selbstverständlich nutzen, um zu sehen, was andere interessant finden – was du interessant findest bleibt aber ein Geheimnis für dich. So ist es nun einfach, sagt Marcel.

Ich sage aber, dass es so eben nicht ist. Qualitätssicherung ist das höchste Gut zum Erfolg von QUOTE.FM, und du wirst dazu nicht beitragen, wenn du es dir nicht verdienst. Das ist der Punkt, den ich in Marcels Begründung vermisse. Du bist ein Internetmensch, hast vielleicht einen Blog oder irgendeine andere Plattform, um etwas interessantes zu teilen und deinen Senf dazuzugeben. Wofür brauchst du also primär QUOTE.FM? Wohl um es einer breiteren Masse sofort mitzuteilen, das ist unumstritten und genau das ist ja auch der Vorteil von QUOTE.FM. Was machst du aber da, wenn dein Gelaber undurchdacht ist, deine Zitate unpassend sind? Du bekommst nur negatives Feedback und dein Account war für den Arsch. Geile Sache. Um es vorweg zu nehmen ist meine These: Zum Erfolg musst du dich hochficken.

Back’ kleine Brötchen. Teil auf deinem Blog oder einer anderen Plattform den einen oder anderen Text, den du wirklich interessant findest, und gib deinen Senf dazu ab. Inhaltlich würdest du ja das selbe rüberbringen. Das sollte wohl interessant für die Leser sein, wenn du es gut machst. Wenn du es schlecht machst, hast du auch nichts auf QUOTE.FM verloren. Wenn du merkst, dass du einfach nur dabei sein willst, und in Wirklichkeit nur notgedrungen ein paar Texte liest, die eh schon jeder kennt, hast du dort auch nichts zu suchen. Probier dich aus, bevor du Teil der Community wirst! Und falls du tatsächlich interessante Dinge schreibst und zitierst, wächst auch dein Aufmerksamkeitsgrad. Vielleicht wirst du dann auch Teil der Community, ohne dort angemeldet zu sein: indem du nämlich zitierst wirst. Was ist geiler, ein Zitat zu teilen oder der Verfasser eines empfehlenswerten Artikels zu sein? Somit fickst – äääääh arbeitest du dich in der Szene hoch. Die Aufmerksamkeit wächst und letztendlich stehen die Chancen danach doch sehr hoch, in die Plattform mit vollwertigem Account einzutreten.

Weint nicht rum, weil ihr kein Teil des “Hypes” sein könnt. Ich nutze QUOTE.FM ohne Account, ich stöber mich durch Zitate und finde lesenswerte Artikel schneller als über tausend andere Ecken. Sonst hätte ich keine Zeit, das Internet nach Interessantem zu durchsuchen, und ich würde es auch nicht machen – aus Faulheit. Mit QUOTE.FM mach ich das aber doch, und es macht richtig Spaß.

Wohl wahr, auch nicht jedes QUOTE.FM-Mitglied hat den Sinn der Plattform verstanden. Was ein
»djüpp-djüpp-djüpp djürrrrrrrr tuj-tuj-tuj duÍT tjipp-tjipp-tjipp-tjipp dürdürdürdür djürrrrrr« dort zu suchen hat, weiß ich auch nicht. Schon witzig, aber muss man einen Wikipedia-Artikel wegen etwas Witzigem zitieren, ja eigentlich sogar empfehlen… Egal, Hauptsache man gibt sich in den Kommentaren gegenseitig Herzchen. ♥

Die Welt ist ungerecht, und du bist ein Teil davon. Mach daraus einen Vorteil für dich.

Vom Geschick eines griechischen Politikers

/Autor/ Matti

Der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou stellt die Beschlüsse des letzten EU-Gipfels zum Volksentscheid frei. Im Frühjahr 2012 soll abgestimmt werden, ob die neu beschlossenen internationalen Hilfszusagen angenommen werden oder nicht.

Die Reaktion: Ein Referendum, eine Katastrophe. In ganz Europa empören sich führende Politiker unverhohlen über diesen Schritt Papandreous, der offensichtlich nicht abgestimmt war. Noch nicht einmal mit mit den Regierungskollegen, wie der griechische Finanzminister Venizelos bestätigte, bevor er wegen anhaltender Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Nicht nur die Opposition läuft Sturm gegen den Alleingang Papandreous, auch die eigene Fraktion zeigt Zweifel ob der Sinnhaftigkeit von Papandreous Vorhaben. So sehr, dass eine Parlamentarierin die sozialistische Fraktion verlassen hat und nun, wie viele ihrer (ehemaligen) Kollegen Neuwahlen fordert.
Darüber hinaus muss der griechische Regierungschef bei einem Treffen mit Angela Merkel und Nicolas Sarkozy im Vorfeld des G20-Gipfels Ende dieser Woche Rede und Antwort stehen, was denn nun dieser Schritt nach den mühsam errungen Beschlüssen des EU-Gipfels soll.
Führende Ökonomen prophezeien im Falle eines Neins zu den Hilfszusagen den Zusammenbruch der Euro-Zone zu einem Scherbenhaufen.

Von der neuen Griechenland-Krise ist die Rede. Keine Woche nach der alten.

Eines ist gewiss: Papandreous Vorstoß kommt unerwartet. Er begibt sich damit neben den anhaltenden finanziell-ökonomischen Problemen auch noch auf politisches Glatteis.

Politisch gesehen ist sein Vorhaben äußerst interessant: Infolge der internationalen Hilfsmaßnahmen hat die griechische Regierung/das griechische Parlament immer mehr finanzpolitische Souveränität abgeben müssen. Papandreou gilt als Politiker, der internationale Beschlüsse empfängt und diese mit hauchdünner Parlamentmehrheit in Griechenland ungeachtet der öffentlichen Meinung durchpeitscht.

Diese passive Rolle hat er mit seinem Vorstoß nun zumindest teilweise abgelegt: Indem er die Annahme der Hilfszusagen zum Referendum freigegeben hat, holt er sich ein Stück weit politische Eigeninitiative zurück, indem er diese einfach an das Volk weitergibt, das er repräsentiert.

Ein geschickter Schachzug.

Der einige Risiken birgt: Wenn das griechische Volk die Hilfszusagen ablehnen sollte, so ist der Staatsbankrott mit all seinen negativen Folgen kaum noch abzuwenden. Der Austritt Griechenlands aus dem Euro wäre eine mögliche Option. Dazu müssten durch die restlichen Euro-Mitglieder Bestimmungen für diesen Ernstfall getroffen werden wie auch Lösungen für den Domino-Effekt. Durch den Ausfall würden weitere “Schuldenstaaten” angesteckt werden, selbst der gehebelte Rettungsschirm (EFSF) wäre dann zu klein, um das schlimmste abzuwenden. Die Frage, ob der Euro als Schicksalsgemeinschaft Bestand haben wird oder eine andere Lösung der Not gefunden werden muss, würde gestellt werden.

Kurz gesagt: Die Verträge der Europäischen Union müssten neu geschrieben werden. An und für sich nicht das schlechteste Unterfangen für einen Schritt hin zu mehr Europa. Aber der Preis einer erneuten, weltweiten Finanz-und Wirtschaftskrise ist dafür zu hoch.

Wenn das griechische Volk jedoch mit Ja stimmen sollte, so hat Papandreou zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:
Erstens gilt er dann nicht mehr als der passive Politiker, der unter dem Diktat internationaler Geldgeber steht. Zweitens hat er dann die volle demokratische Legitimation für seine Handlungen gewonnen und ein Volk hinter sich, das momentan mit Streiks gegen seine Entscheidungen demonstriert und das Land mit Lahmlegung durch die Proteste noch weiter ins ökonomische Debakel stürzt.

Papandreou hat eine historische Verantwortung auf das von Repressalien geplagte Volk gelegt. Sein Referendum ist ein riskantes Spiel mit dem Feuer, dessen Ausgang ungewiss ist. Die Wochen und Monate bis zum Frühjahr 2012 sind lang und bieten genügend Platz für Entwicklungen in die eine oder andere Richtung.

Sollte sein Wagnis gelingen, so geht der griechische Ministerpräsident hoffentlich als einer der brillantesten Politiker unserer Zeit in die Geschichte ein. Ein Politiker, der es geschafft hat, in Zeiten großen politischen Drucks ein Risiko eingegangen zu sein und darunter nicht nur nicht zusammenzubrechen, sondern damit zu triumphieren.

Albumreview: Mylo Xyloto

/Autor/ Timo
/Kategorie/ Musik

Heute ist in Deutschland das neue Album “Mylo Xyloto” von Coldplay erschienen. Tatsächliche höre ich das Album jetzt schon ständig auf und ab, und muss sagen, dass es das beste Album ist, das ich in den letzten Jahren hörte. Coldplay kann nur gute Alben aus dem Boden stampfen, und nach dem grandiosen Album “Viva la vida or Death and all his friends” war klar, dass das nächste Album auch genial wird, aber so etwas habe ich nicht erwartet.

Das ganze Album ist astrein durchkonzipiert. Wo bei “Viva la vida or Death and all his friends” hauptsächlich rockige und orchestrale Elemente im Vordergrund standen, stehen bei “Mylo Xyloto” (ich weise auf Folgendes und empfehle, die Lautschrift zu entziffern) elektronische Elemente im Vordergrund, was die beiden Hauptcharaktere Mylo und Xyloto leicht spacig wirken lässt. Dazu aber später mehr. Coldplay bleibt seinem Stil trotzdem treu, was bei so verschieden ausgeprägten Alben (ich gehe übrigens auf die ersten drei Coldplay-Alben nicht ein, sonst wird das zu umfassend) verdammt schwierig ist.

“Mylo Xyloto” erzählt die wunderbare Geschichte von den beiden Protagonisten Mylo und Xyloto, beide Jugendliche in einem sehr urbanem Umfeld (ich stell mir dabei eine Zukunfts-Industriestadt vor), die sich durch eine Gang kennenlernen. Dies wird in Hurts like heaven behandelt. Sie erleben eine Beziehungsgeschichte mit Höhen und Tiefen, und letztendlich einem Happy End. Direkt auf Hurts like heaven folgt ein erster musikalischer Höhepunkt des Albums: Paradise. Coldplay hat es einfach so drauf, tolle eingängige Lieder zu schreiben. Ein weiterer Höhepunkt ist Every teardrop is a waterfall, und zum Ende hin wird alles sowieso immer besser. Zum durchatmen wurden drei instrumentale Tracks, alle weniger als eine Minute, eingebunden, die zum nächsten Track hin leiten.

Eigentlich wollte ich gerne noch über einen Artikel von Bremen vier lästern, was ich nun allerdings kurz fassen werde: Wenn eine Musikkritik mit einem falschen Statement beginnt, das man gegen Ende verbessert, sinkt die Lust schon auf Null, den Artikel weiter ernst zu nehmen. Wenn man dann aber noch behauptet, dass man auf das Lied mit der Rihanna-Kollaboration und auf noch ein paar andere durch musikalische Schwächen hätte verzichten können, hat die Musikkritikerin in diesem Fall einfach keine Ahnung vom Sinn eines Albums. Nicht jeder Song eines Albums ist darauf ausgelegt, ein Chartstürmer zu sein. Manchmal gibt es eben ruhigere Titel, oder Titel mit nicht so vielen musikalischen Inhalten, aber das ist auch Sinn und Sache in einem Album. Ein Album ist konzipiert, es als Gesamtwerk zu betrachten, und nicht als einzelne Ansammlung von Liedern. Man kann keine Lieder streichen oder auf sie verzichten, sie sind für den Gesamteindruck wichtig. Aber egal, hauptsache man übt als Musikkritiker immer Kritik aus, sonst wär man ja kein Kritiker. Genau.

An euch also die Empfehlung: Kauft euch dieses Album, verdammt nochmal.