verwebbt.de

3
Mai

Stolperstein

Stolperte ich heute drüber (nicht wörtlich).

28
April

Geburtstagsparty inkl. Abschiedsparty!

Bekanntlich hatte ich vor einer Woche Geburtstag. Ja, an dem Tag, an dem auch ein ehemaliger deutscher Diktator Geburtstag hatte – überlegt euch bessere Witze, der ist ausgelutscht. Somit feierte ich letzte Nacht meinen Geburtstag nach. Gleichzeitig war das für mich aber auch eine kleine Abschiedsparty. Ich werde zwar erst im September die Heimat verlassen, aber bis dahin werde ich sicherlich nicht nochmal eine Party schmeißen.

Ich habe leider keine Fotos und weiß auch nicht, ob irgendjemand welche gemacht hat. Dafür haben wir aber ein Video von dem Bandauftritt, das wir morgen erst einmal sichten werden, bevor wir uns entscheiden, ob wir das irgendwie publik machen. Neben besagtem Bandauftritt war auch der Rest der Feier awesome. Es gab keine Zwischenfälle, bis auf ein Auto, das wir halb aus dem Schossegrawe (das ist pfälzisch für daskannstduauchgooglen) gezogen haben.

Heim kam ich mit Marc und Max in einem Taxi. Ich war bei einem Kreisel der felsenfesten Überzeugung, dass die dritte Ausfahrt genommen werden muss. Marc hat glücklicherweise die Situation nach 50 Metern noch klären können. Ich weiß nicht, wie ich so blöd sein konnte, aber ich denke mal, dass ich dachte, wir ständen vor einem Kreisel anderswo. Genius.

An dieser Stelle möchte ich mich bei allen (an die ich mich noch erinnern kann) bedanken, dass es so eine grandiose Feier geworden ist. Es gab tolle kreative Geschenke und ich nehme mal an, dass es allen gefallen hat.

Verlust: Meine Jacke. Samt Schüssel. Alle Schlüssel. Das bräuchte ich ganz dringend wieder…

20
April

Eigentlich mag ich keine Geburtstage

Ab heute beginne ich also damit 20 zu werden.

Ich mag das mit den ganzen Glückwünschen nicht so, weil es mittlerweile ein nicht wirklich besonderer Tag ist – wie früher, als man noch Kind war. Da war das immer großartig. Ich mag das ganze Geburtstagsdings um einen herum nicht so und dass alle so total übertrieben freundlich zu einem sind.

Trotzdem wird heute Abend gefeiert und das Tanzbein geschwungen. Ab heute ist nämlich Wochenendendlosigkeit!

(Eigentlich ja nicht, am Montag wird wieder gearbeitet. Selbstverständlich.)

6
Oktober

Erstmal ne Runde i-Pod

Steve Jobs ist tot. Lange befürchtet, wurde gebangt vor diesem Tag. Nun ist er da und Apple-Fans wie auch Skeptiker sind erschüttert. Wo man auch hinschaut im Netz, in Blogs, auf Nachrichtenportalen, in Facebook, überall sind Sympathiebekundungen gegenüber dem Apple-Mitbegründer zu lesen. Egal, ob hochrangige Politiker wie Obama, Google-Chef Eric Schmidt oder Facebook-Gründer Mark Zuckerberg; alle eint wohl an diesem Tag das Gefühl, dass da einer von den ganz großen gegangen ist.

Doch es stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Mit Apple, dem Erbe Jobs’. Sein Nachfolger Tim Cook gilt als wenig charismatisch, die Vorstellung des i-Phone 4S zu Beginn der Woche wurde, wenn nicht als Enttäuschung, dann doch als kein Vergleich zu den Produktvorstellungen Jobs’ wahrgenommen. Dabei ist technisch an dem neuen Gerät zunächst nicht all zu viel auszusetzen. Selbst, wenn das i-Phone 4S als erstes Smartphone überhaupt eine integrierte Kaffeeschäum-Funktion gehabt hätte, die Ernüchterung um Apple wäre dennoch eingetreten.

Apple, das war (und ist in gewisser Weise) seit Ende der 90er immer Jobs gewesen. Ging es ihm in seinem Krankheitsverlauf schlecht, so sanken die Aktien von Apple. Erfand er sich und den Konzern mit einem weiteren i-Produkt neu, so stiegen die Kurse so hoch, dass Apple in der Schuldenkrise 2009 zeitweise reicher war als der US-amerikanische Staat.

Egal, was man von dem Unternehmen Apple und seinen Produkten halten mag, eins ist gewiss: Jobs hat mit dem i-Pod und i-Tunes den Musikmarkt revolutioniert, mit dem i-Phone eine neue Ära der Mobilität eingeläutet und mit dem i-Pad eine neue Entwicklung auf dem herkömmlichen Computer-Markt angestoßen. Auch, wenn es inzwischen technisch bessere und günstigere Produkte auf dem Markt geben mag, so hätte es all diese Erfindungen ohne Apple und Jobs nicht in dieser Form gegeben, wie sie heute unser aller Leben direkt oder indirekt beeinflusst und bereichert.

Mit Jobs’ Tod nun den Untergang des Kult-Konzerns Apple kommen zu sehen, kann sich mitunter zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung entwickeln, wie überall auf dem freien Markt. Wenn sich Gerüchte oder eine schlechte Stimmung verbreiten, so führt dies unweigerlich zu einem Absturz eines Unternehmens oder aber der Märkte, wie es in der Finanz- und Wirtschaftskrise eindrucksvoll beobachtet werden konnte.

Nichtsdestotrotz lebt das Erbe Jobs’ weiter in seinen Erfindungen und denen, die ihm nachfolgen werden. Thomas Alva Edison etwa war nach seinem Ableben 1931 nicht wirklich tot. Seine Erfindungen haben das gesamte weitere 20ste Jahrhundert geprägt und sind so in den Alltag übergegangen, dass sich niemand mehr ein Leben ohne seine Erfindungen vorstellen kann.

Steve Jobs als den Edison des jungen 21sten Jahrhunderts zu bezeichnen, mag derzeit ein wenige verfrüht sein. Aber trotzdem kommt man nicht umhin, die großartige Leistung dieses Mannes in stillem Gedenken zu würdigen.

Rest in Peace – Steve Jobs 1955-2011

27
September

Viva la Vida

Am Anfang steht das Gefühl der Freiheit.

Vielleicht auch ein kleines Stück von Sehnsucht. Nach dem alten, wohl behüteteren Leben mit der Institution Schule, das trotz aller Querellen doch Ordnung gegeben hat.

Egal, erst einmal den Rausch genießen, das Ende von 13 Jahren Büffelei, das Abitur in der Tasche und gut dabei auf dem Abi-Ball.

Der nächste Morgen. Ein Neuanfang. Was kommt jetzt? Nach dem Kitsch von Abi-Ball, Abi-Zeitung und Streich?

Wohl eine kurze Phase des Innehaltens. Nur, um dann durchzustarten, mit einem Praktikum bei der EU-Kommission oder einer Unternehmensberatung.

Ab September geht es dann auf nach Berlin, auf in die WG zusammen mit einem Kumpel und in das Studium der Wirtschaftswissenschaften. „Internationale Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklung“ – klingt abschreckend, ist aber hoffentlich fürchterlich spannend. Zumindest bietet der Studiengang Zukunft auf dem Arbeitsmarkt und verspricht, ein Dauerbrenner zu sein, der immer gebraucht wird. Sicherheit ist da so ein Schlagwort, es scheint modern zu sein in einer sich rasant verändernden Welt, in der sich inzwischen auch der Einzelne nicht mehr sicher sein kann, was morgen kommt. Doch der Fels in der Brandung ist nicht alles im Leben. Freiheit soll es sein, und der Anspruch, Erfahrungen zu sammeln mit verschiedenen Menschen und verschiedene Blickwinkel kennenzulernen. Raus aus Deutschland, um die Welt wahrhaft zu erfassen und zu verstehen, in der man lebt. Geschichte ist nicht nur gestern, sie wird heute, morgen und an jedem anderen Tag geschrieben. Dabei zu sein und das zu erkennen, immer den Überblick zu behalten, ein Traum.

Hoffentlich kein vergeblicher. Schenkt man all den Prognosen Vertrauen, die heute und in den letzten 40 Jahren aufgestellt wurden, so wird die Zukunft nicht gerade rosig ausfallen. Riesige Schuldenberge, Umweltkatastrophen, demografischer Wandel, Überbevölkerung – es scheint so, als ob nach einer kurzen Phase des Friedens, der gesellschaftlichen Prosperität in unserem Teil der Welt nun wieder unlösbares Chaos einbricht. Vorausgesetzt, die Erde existiert nach dem 21.12.2012 noch, so wird es unsere Generation sein, die sich mit diesen Problemen auseinandersetzen muss.

Also lieber schnell noch das Leben als Student genießen, ein Leben unter Freunden und mit Verantwortung nur für sich selbst. Das Arbeitsleben scheint diese Möglichkeit nicht mehr zu bieten. Das moderne Leitbild: Flexibel ist der Mensch, einsatzbereit und am besten Nomade.

Für menschliche Schwächen bleibt da kein Platz. Burn-Out nennt sich das dann, wenn man doch einknickt.

Nicht gerade eine verlockende Zukunft. So festgeschrieben, zementiert in ihrem vorherbestimmten Ablauf. Pessimisten sind Optimisten mit Erfahrung, so ein Sprichwort. Eine Erfahrung ist aber auch, dass alles anders kommt, als man planen kann. Wer hätte die Welt vor 50 Jahren so vorher gesehen, wie sie heute ist? Richtig ist, dass man den Kopf nicht in den Sand stecken darf vor den Herausforderungen, die sich stellen. Aber niemals darf man verlernen, das Leben zu genießen.

Ob ich in 20 Jahren genau denselben Idealen nachhängen werde, das kann ich heute nicht sagen. Ich möchte mich in Zukunft mit meiner Arbeit identifizieren können. Den Überblick zu behalten in einer Arbeitswelt, wie wir sie heute kennen, stelle ich mir jedoch schwierig vor. Ob sich diese Bedingungen in den nächsten zwanzig Jahren ändern werden, bezweifle ich, aber ich hoffe es. Mein Wunsch für mein zukünftiges Leben ist es, dass der Mensch wieder mehr im Mittelpunkt steht und weniger die menschlichen Konstrukte, die momentan zentrales Thema sind.

Wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden. Und ein Frosch ohne Humor ist nur ein kleiner grüner Haufen.