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Wirklich? Erst ein Jahr?

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich den – bis jetzt – größten Schritt meines Lebens gemacht; und damit auch die größte Veränderung.

Am 1. September letzten Jahres bin ich von der Pfalz aus nach Gummersbach gefahren. Das hört sich zuerst nicht überwältigend an, schließlich bin ich zuvor schon zur Wohnungsbesichtigung, zur Wohnungsübergabe und zur Wohnungseinrichtung hier her gekommen. Aber an besagtem Tag bin ich mit dem Vorsatz, dass ich mehrere Wochen nicht an eine Heimfahrt denken werde, in das Auto gestiegen. Auf die Frage hin, was ich dabei empfunden habe, würde ich gerne etwas antworten können, aber ich weiß es nicht mehr. Ich glaube ich war weder erfreut, noch hätte ich es bereut oder mich davor gefürchtet. Es war einfach so, als wäre es nichts großes.

Ich weiß aber noch genau, dass es seltsam war alleine anzukommen und die Wohnung fertig einzurichten. In der Wohnung waren nur Möbel und sonst nichts. Auf dem Fernsehtisch stand kein Fernseher, der Kleiderschrank stand noch gerade und besaß nur eine Schiebetür, das Bett war nicht bezogen und der Kühlschrank war leer. Mein Anreisetag war nichts besonderes, ich kam an und richtete mich ein bisschen ein. Beim nächsten Umzug werde ich auf jeden Fall gleich eine Flasche Rotwein parat halten.

Im Nachhinein bereue ich nur wenig an meiner Entscheidung genau diese Wohnung zu nehmen. Schon auf den Bildern im Internet war mir klar, dass ich diese Wohnung haben möchte. Mittlerweile wüsste ich, dass eine Erdgeschosswohnung an einer viel befahrenen Straße nicht das Optimum ist und auch, dass ein Neubau gegenüber einer Altbauwohnung trotz des Charmes viele Vorteile hat – selbst wenn „vor einem Jahr saniert“ verlockend klingt. Meine Heizung ist ein gasfressendes Ungeheuer, was im Winter minütlich ein bisschen explodiert und bald repariert werden muss, damit ich es schnellstmöglich wieder warm in der Wohnung habe.

Die andere große Veränderung, nämlich das Studium, bereue ich kein bisschen. Ich bin so froh darüber diesen Studiengang gewählt zu haben. Immer öfter fällt mir auf, wie viel kreativer ich geworden bin und wie sehr sich das Können in Sachen Design gesteigert hat. Nach wie vor würde ich lieber arbeiten statt studieren, aber dafür versuche ich so viel nützlichen Input wie nur möglich aufzunehmen. Wenn die Möglichkeit besteht, dann möchte ich sie auch nutzen.

Bleibt noch das mit den Freunden übrig. Ich habe hier den besten Freundeskreis gefunden, den ich mir hätte vorstellen können. Die Anzahl an guten Freunden ist hier recht überschaubar im Vergleich zu meinem Freundeskreis in der Pfalz, aber selbst das gefällt mir. In dem großen Freundeskreis wollte ich immer jedem gerecht werden, was einfach nicht möglich ist und man früher oder später irgendjemanden immer vernachlässigen muss, der das gerne anders hätte.
Die Freude den alten Freundeskreis wieder zu sehen ist dafür umso größer. Irgendwie bleibt man immer in Kontakt, und die ein oder andere Freundschaft ist auch enger geworden, obwohl man sich nicht mehr oft sieht.

Wenn ich im Gesamten zurückdenke war es mein bis jetzt gefühltes längstes Jahr, in dem so viel geschehen ist, wie in keinem Jahr zuvor. Wie viel ich mich zusammen mit allen anderen Dingen verändert habe? –

Es war wirklich erst ein Jahr.