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21. Oktober 2011

Albumreview: Mylo Xyloto

Heute ist in Deutschland das neue Album “Mylo Xyloto” von Coldplay erschienen. Tatsächliche höre ich das Album jetzt schon ständig auf und ab, und muss sagen, dass es das beste Album ist, das ich in den letzten Jahren hörte. Coldplay kann nur gute Alben aus dem Boden stampfen, und nach dem grandiosen Album “Viva la vida or Death and all his friends” war klar, dass das nächste Album auch genial wird, aber so etwas habe ich nicht erwartet.

Das ganze Album ist astrein durchkonzipiert. Wo bei “Viva la vida or Death and all his friends” hauptsächlich rockige und orchestrale Elemente im Vordergrund standen, stehen bei “Mylo Xyloto” (ich weise auf Folgendes und empfehle, die Lautschrift zu entziffern) elektronische Elemente im Vordergrund, was die beiden Hauptcharaktere Mylo und Xyloto leicht spacig wirken lässt. Dazu aber später mehr. Coldplay bleibt seinem Stil trotzdem treu, was bei so verschieden ausgeprägten Alben (ich gehe übrigens auf die ersten drei Coldplay-Alben nicht ein, sonst wird das zu umfassend) verdammt schwierig ist.

“Mylo Xyloto” erzählt die wunderbare Geschichte von den beiden Protagonisten Mylo und Xyloto, beide Jugendliche in einem sehr urbanem Umfeld (ich stell mir dabei eine Zukunfts-Industriestadt vor), die sich durch eine Gang kennenlernen. Dies wird in Hurts like heaven behandelt. Sie erleben eine Beziehungsgeschichte mit Höhen und Tiefen, und letztendlich einem Happy End. Direkt auf Hurts like heaven folgt ein erster musikalischer Höhepunkt des Albums: Paradise. Coldplay hat es einfach so drauf, tolle eingängige Lieder zu schreiben. Ein weiterer Höhepunkt ist Every teardrop is a waterfall, und zum Ende hin wird alles sowieso immer besser. Zum durchatmen wurden drei instrumentale Tracks, alle weniger als eine Minute, eingebunden, die zum nächsten Track hin leiten.
Eigentlich wollte ich gerne noch über einen Artikel von Bremen vier lästern, was ich nun allerdings kurz fassen werde: Wenn eine Musikkritik mit einem falschen Statement beginnt, das man gegen Ende verbessert, sinkt die Lust schon auf Null, den Artikel weiter ernst zu nehmen. Wenn man dann aber noch behauptet, dass man auf das Lied mit der Rihanna-Kollaboration und auf noch ein paar andere durch musikalische Schwächen hätte verzichten können, hat die Musikkritikerin in diesem Fall einfach keine Ahnung vom Sinn eines Albums. Nicht jeder Song eines Albums ist darauf ausgelegt, ein Chartstürmer zu sein. Manchmal gibt es eben ruhigere Titel, oder Titel mit nicht so vielen musikalischen Inhalten, aber das ist auch Sinn und Sache in einem Album. Ein Album ist konzipiert, es als Gesamtwerk zu betrachten, und nicht als einzelne Ansammlung von Liedern. Man kann keine Lieder streichen oder auf sie verzichten, sie sind für den Gesamteindruck wichtig. Aber egal, hauptsache man übt als Musikkritiker immer Kritik aus, sonst wär man ja kein Kritiker. Genau.

An euch also die Empfehlung: Kauft euch dieses Album, verdammt nochmal.