Erstmal ne Runde i-Pod
Steve Jobs ist tot. Lange befürchtet, wurde gebangt vor diesem Tag. Nun ist er da und Apple-Fans wie auch Skeptiker sind erschüttert. Wo man auch hinschaut im Netz, in Blogs, auf Nachrichtenportalen, in Facebook, überall sind Sympathiebekundungen gegenüber dem Apple-Mitbegründer zu lesen. Egal, ob hochrangige Politiker wie Obama, Google-Chef Eric Schmidt oder Facebook-Gründer Mark Zuckerberg; alle eint wohl an diesem Tag das Gefühl, dass da einer von den ganz großen gegangen ist.
Doch es stellt sich die Frage, wie es weitergehen soll. Mit Apple, dem Erbe Jobs’. Sein Nachfolger Tim Cook gilt als wenig charismatisch, die Vorstellung des i-Phone 4S zu Beginn der Woche wurde, wenn nicht als Enttäuschung, dann doch als kein Vergleich zu den Produktvorstellungen Jobs’ wahrgenommen. Dabei ist technisch an dem neuen Gerät zunächst nicht all zu viel auszusetzen. Selbst, wenn das i-Phone 4S als erstes Smartphone überhaupt eine integrierte Kaffeeschäum-Funktion gehabt hätte, die Ernüchterung um Apple wäre dennoch eingetreten.
Apple, das war (und ist in gewisser Weise) seit Ende der 90er immer Jobs gewesen. Ging es ihm in seinem Krankheitsverlauf schlecht, so sanken die Aktien von Apple. Erfand er sich und den Konzern mit einem weiteren i-Produkt neu, so stiegen die Kurse so hoch, dass Apple in der Schuldenkrise 2009 zeitweise reicher war als der US-amerikanische Staat.
Egal, was man von dem Unternehmen Apple und seinen Produkten halten mag, eins ist gewiss: Jobs hat mit dem i-Pod und i-Tunes den Musikmarkt revolutioniert, mit dem i-Phone eine neue Ära der Mobilität eingeläutet und mit dem i-Pad eine neue Entwicklung auf dem herkömmlichen Computer-Markt angestoßen. Auch, wenn es inzwischen technisch bessere und günstigere Produkte auf dem Markt geben mag, so hätte es all diese Erfindungen ohne Apple und Jobs nicht in dieser Form gegeben, wie sie heute unser aller Leben direkt oder indirekt beeinflusst und bereichert.
Mit Jobs’ Tod nun den Untergang des Kult-Konzerns Apple kommen zu sehen, kann sich mitunter zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung entwickeln, wie überall auf dem freien Markt. Wenn sich Gerüchte oder eine schlechte Stimmung verbreiten, so führt dies unweigerlich zu einem Absturz eines Unternehmens oder aber der Märkte, wie es in der Finanz- und Wirtschaftskrise eindrucksvoll beobachtet werden konnte.
Nichtsdestotrotz lebt das Erbe Jobs’ weiter in seinen Erfindungen und denen, die ihm nachfolgen werden. Thomas Alva Edison etwa war nach seinem Ableben 1931 nicht wirklich tot. Seine Erfindungen haben das gesamte weitere 20ste Jahrhundert geprägt und sind so in den Alltag übergegangen, dass sich niemand mehr ein Leben ohne seine Erfindungen vorstellen kann.
Steve Jobs als den Edison des jungen 21sten Jahrhunderts zu bezeichnen, mag derzeit ein wenige verfrüht sein. Aber trotzdem kommt man nicht umhin, die großartige Leistung dieses Mannes in stillem Gedenken zu würdigen.
Rest in Peace – Steve Jobs 1955-2011